Deutsche Meisterschaften TBVD 6.4-8.4.2018

Tag 2

Schon morgens um 5:30 Uhr ist das Wetter gut und man kann schon draußen vor dem WOMO sitzen! Um 7:30 hole ich Melle ab und dann machen wir uns fertig um zum Parcours zu gehen. Verzögert sich leider noch, weil Melle seid heute Morgen Magen/Darmprobleme hat und schon wieder aufs „Häuschen“ muss. Das kann ja Lustig werden mit ihm! Gestern die Aktion „Menschen in Not“ Heute er in Not. Dies Mal ist um 9 Uhr Begrüßung – diese geht auch sehr flott so dass wir um 9:30 Schiessbeginn haben. Ich starte diesmal auf der Bahn 16 – die ist direkt am Verpflegungsstand – eigentlich Genial – aber danach kommst du dann lange nicht mehr in die Nähe dieses Standes. Eine kleine Ziege ziemlich schräg runter in eine Schlucht gestellt. Eigentlich nicht so schwer, aber direkt da wo der Pflock steht sind nur Büsche zu sehen. Es gibt ein kleines Loch von 25 mal 25 cm durch das man schießen muss um auf das Tier zu kommen. Ganz schön schwierig – ich treffe mit dem ersten Pfeil Kill – der zweite berührt einen kleinen Ast und steckt im Hintern. Ob jemand mitbekommen hat das ich den Ast gestreift habe frage ich mich – keiner hat es gesehen. Deshalb bekomme ich 9 Punkte für die Bahn – eigentlich ein guter Auftakt.

Die nächste Bahn geht dann in den Wald – steil Bergauf auf einen Pfau mit einem schönen Sockel – den treffe ich natürlich mit dem ersten Pfeil und hole mit dem zweiten 2 Punkte – damit sind die 9 Punkte von der ersten Bahn schon wieder nix mehr wert. Aber auch bei den anderen gibt es Probleme – nur ein Kill wird auf dieses Ziel erreicht – also kann niemand richtig Punkte einsammeln. Die nächsten 4 Bahnen laufen für mich ganz ordentlich – 7 Punkte hier – 9 Punkte da – alles ist in Ordnung – nur der Lutz, der hat sich nach dem verpatzen gestrigen Tag was vorgenommen und haut schon ganz gut rein.

Dann die Bahn 22 – ein balzender Auerhahn auf 20 Meter – endlich trifft mal der erste Pfeil vernünftig und ich setze dann auch den zweiten Pfeil mittig ins Kill – das erste Mal 2 Pfeile im Kill und dann noch eine saubere 20 – da kommt schon mal ein kleiner Ausruf der Freude!! Nach dieser Bahn liege ich in der Gesamtwertung auf einmal auf Platz 1 – Schrempi hat 6 Punkte Rückstand und Pauli 22 – Lutz hat zwar schon aufgeholt – aber immer noch 20 Punkte Rückstand – Schmitti 19 Punkte zurück.

So laufen auch die nächsten 6 Bahnen ganz gut und wir kommen von der Schleife zurück zum Verpflegungsstand. Ein Brötchen holen – 1-4 Zigaretten reinziehen und dann geht es wieder los. Während der Pause kommt mir dann der Gedanke: Jetzt müsste ein Gewitter aufziehen, dann würde abgebrochen und du wärst Deutscher Meister! Ach Scheiße – es sind noch 12 Bahnen – also hör auf zu träumen. Und das kommt mir dann auch gleich teuer zu stehen – die erste Bahn ist ein dürrer Coyote – weit gestellt und ein paar Bäume stehen auch im Weg. Aber treffen kann man den schon – nur ich bin zu blöde für das Vieh! Den ersten setze ich viel zu tief – mit dem zweiten treffe ich dann wenigstens noch den kleinen Zeh!

Nur 2 Punkte – die anderen treffen hier erstaunlich gut – denen hat die Pause gutgetan. Die nächste Bahn sind dann die Bison – diesmal von der anderen Seit geschossen –bergab keine 30 Meter – riesengroß – da ist Kill Pflicht.  Lutz macht es auch gleich vor und haut zweimal ins Innenkill – Schrempi  2-mal Kill und auch die anderen beiden treffen jeweils ein Kill.

Nur ich Trottel schieße den ersten Pfeil drunter und den zweiten knapp übers Kill. 2 Punkte – jetzt hat mich der Lutz überholt und auch Schrempi ist vorbei – Frust!!!! Ich brauch noch 3 Bahnen um überhaupt wieder meine Sicherheit zu finden – da haben die beiden schon 20 Punkte Vorsprung rausgeholt!  Die anderen beiden schießen genauso Kacke wie ich – deshalb sind sie noch nicht vorbei gezogen. Wir kommen zu Bahn 10 – der Wolf bergab – endlich treffe ich auch mal wieder – zwei Kill – 14 Punkte – Lutz nur 7 und Karl Heinz nur 4 Punkte – Pauli auch 14 Punkte und Schmitti schießt  9 Punkte. Die Bahn mag ich – am Vortag auch schon 12 Punkte geholt. Also ein wenig aufgeholt zu den beiden Führenden.

Nächste Bahn der kletternde Leopard am Baum – der ist aber diesmal nicht das Ziel, sondern darunter steht noch einer mit dem Hintern in der Luft und dem Kopf ganz unten. Der erste Pfeil ist nur mit einem Spagat zu schießen – bergauf knapp 25 Meter – ich setze in zu kurz und er steckt genau 5 cm vor dem Kill im Boden. Der zweite Pfeil wird dann vom soweit  nach rechts gesetzten Pflock geschossen, das du gar kein Kill schießen kannst – du siehst nur den Hintern von dem Vieh – also setze ich ihn da rein. Auch die anderen haben hier kein großes Glück – zu schwierig gestellt.

Noch 3 Bahnen – die Abstände sind so gering das ich noch alle Chancen habe auf Platz 2 und 3 – aber auch nach hinten geht es ganz schnell – da ist auch nicht viel Platz. Also diese Bahn – das muss jetzt klappen!!! Eine Truthenne, bergab -18 Meter – ein gutes Ziel. Erster Pfeil sieht gut aus  – dann der zweite – wieder mal ganz schräg von hinten gestellt – sieht auch gut aus!! Dann die Trefferaufnahme – beide Pfeile direkt am Rand vom Kill – aber nicht drin! Schrempi  macht auch nicht mehr Punkte – nur Pauli schießt eine 20 – naja – der hat noch Abstand zu mir. Auf geht’s zur vorletzten Bahn – so ein komischer Fuchshund – oder wie heißen die Viecher – Marderhund. Der steht nur auf 10 Meter – aber: halb hinter einem Baum versteckt also geht nur ein ganz großer Spreizschritt – leider fällt der Boden hier aber auch noch zur Seite weg ab. Da kannst du ne halbe Stunde versuchen einen vernünftigen Stand zu kriegen – das wird nix! Alle 6 haben Probleme mit der Bahn – ich treffe zwar beide – aber nur Körper. Schrempi holt ein Kill und ein Körper, Lutz ebenfalls. Nur Pauli haut hier zwei ins Kill – nochmals aufgeholt. Die Situation vor der letzten Bahn ist jetzt spannend – Karl Heinz führt mit 8 Punkten vor Lutz – Schmitti hat 16 Punkte Rückstand und ich 17 Punkte – also können theoretisch noch alle erster werden, da noch 20 Punkte zu vergeben sind.

Als erster Muss Pauli ran – ein Rothirsch bergab auf 35 Meter – machbar, aber schwer einzuschätzen. Pauli schießt beide Pfeile Kill – guter Abschluss!! Dann Peter – ein Kill ein Körper – jetzt kommt Lutz – zwei Kill – damit ist meine Chance auf Platz 1 schon mal hin1! Jetzt Karl Heinz – erster Kill – das war’s dann wohl – zweiter nur Körper! Reicht auf jeden Fall für mich – Platz 2 weg!!! Also Kampf um Platz 3 – Schmitti ist dran – erster Pfeil – Kill – (Innerlich sage ich Scheiße!!)  und der zweite Pfeil vom leichteren Pflock – drüber !!!!! OK – das ist meine Chance – erster Pfeil – könnte Kill sein – nur noch 1 Punkt Rückstand – Konzentration – der zweite muss sitzen – Körper!!!!

Damit habe ich ihn überholt!! Noch kein Jubelschrei, da mein erster Pfeil von oben nicht genau einzuordnen ist – also vorgehen und Treffer aufnehmen. Und siehe da – er ist im Kill. Also alles aufschreiben – freuen …….. und dann beim zusammen rechnen …. der Pauli hat sich mit seinen zwei Kills um zwei Punkte an mir vorbei geschoben. Da habe ich mich so auf den Schmitti konzentriert und der Pauli schleicht sich an ohne dass ich es gemerkt habe. Jetzt kommt der Schrei: So ein Scheißdreck!! Aber Schrempi  geht es auch nicht besser – Lutz hat ihn auf der letzten Bahn auch überholt und gewinnt mit 2 Punkten Vorsprung den Titel. Er hat heute auch mit Abstand am besten von uns geschossen – und mit 232 Punkten das beste Ergebnis eines Selfbow Schützen erreicht.

Zurück zum Verpflegungsstand – Karten ausfüllen – unterschreiben und dann abgeben bei der Leitung. Jetzt trinken wir noch ein Bier zusammen – da sehe ich Melle. Und wie ist es gelaufen? Antwort:  Frag nicht – 40 Prozent weniger Punkte wie Gestern – aber noch 3 stellig. Nicht so schön. Am Ende kam dann ein 7 Platz dabei raus – das ist absolut in Ordnung bei dem ganzen Durcheinander und Ereignissen in den 2 Tagen.  Kurz darauf kommt Benny und ist zufrieden mit seiner Runde – er konnte sogar manchmal die beiden anderen ärgern – dafür dass er den Bogen zum ersten Mal geschossen hat auch kein schlechtes Ergebnis. Lohn dafür ist der 3 Platz bei den BHR Bögen. Herzlichen Glückwunsch von mir!

Dann ist warten angesagt auf Mareike – wieder so  ein komisches Gesicht bei ihr – zufrieden schein sie nicht zu sein. Aber sie haben noch  nicht ausgewertet. Wird auf jeden Fall eng, meint sie. Hat sie Recht gehabt – am Ende war ihr Vorsprung auf die zweite nur 4 Punkte – aber völlig egal – sie hat es geschafft – mit einem völlig unbekannten Bogen, nach 40 Probeschüssen hat sie über zwei Tage die Konkurrenz in Schach gehalten!!!!  Herzlichen Glückwunsch!!!!

Also fehlen jetzt noch Fiete und Emma – die kommen dann auch zügig hinterher – Emma ist zufrieden – zweimal 86 Punkte pro Tag – Platz 5 bei den TRB U – 13 Kindern – als einziges Mädchen!!!

Fiete hatte ja am Vortag 30 Punkte auf seinen Konkurrenten verloren, war aber heute Morgen beim Start schon überzeugt das er das noch schafft. Mit dem höchsten Ergebnis unseres Teams hat er dies dann auch wieder mal hingekriegt – 30 Punkte Vorsprung auf seinen Gegner  – Platz 1  und Deutscher Meister bei den TRB Schützen U13!!! Herzlichen Glückwunsch !!!

Bei der Siegerehrung, die dann wieder auf dem Campingplatz stattfand, konnten wir dann 3 mal unsere Jungs/Mädel bejubeln, wenn sie aufgerufen wurden. Ich hatte da ein bisschen einen Kloss im Hals als Mareike und Fiete als Deutsche Meister von allen Beteiligten beklatscht wurden. Und eine Mordswut auf mich selbst – „Koehler Trottel “ das hast du schön selbst versaut. Da hätte ich auch stehen können/müssen. Aber jetzt nach ein paar Tagen sehe ich dass entspannter – nach der DM ist vor der DM – nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein und hoffentlich nicht die Fehler dieses Jahres wiederholen!

Fazit: Die Meisterschaft war gut organisiert und die Eingriffe von Seiten des TBVD im Schiessbetrieb waren Minimal. Keine Schiedsrichter die dich angetrieben haben und zum gleichzeitigen schießen genervt haben. Das hat mir gut gefallen. Die Disziplin der Teilnehmer war sehr gut – ich habe niemanden gesehen der auf dem Parcours geraucht hat – selbst ich habe es mir verkniffen! Ein sehr schwer gestellter Parcours mit unzähligen Bäumen in der Schussbahn –  Einer DM würdig – manchmal etwas übertrieben was die Entfernung im Vergleich zur Größe des Tieres betraf. Unsere Entscheidung das WOMO als Führerhauptquartier zu benutzen hat wohl auch viel dazu beigetragen das die Abende sehr schön waren – also insgesamt fast alles richtig gemacht (Ausnahme mein Ergebnis) Ich hoffe das ich mit dem Bericht einigen Leuten in unserem Verein Geschmack gemacht habe, so dass wir im nächsten Jahr mit einer noch größeren Mannschaft antreten können.

 

Ein Bericht von Andreas Koehler

 

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